Die reichsten Teenager der Welt- Parodie einer Robinsonade von Karla und Isabel

lundi 29 juin 2015
par  M. Schlenk

Als die drei reichsten Teenager der Welt auf einen Kongress in Rio de Janeiro waren, bei dem entschieden werden sollte ob das neue iPhone 7cs auf den Markt kommen sollte, lernten sich Mary Stones aus LA, Alice Parker aus Sydney und Charlotte Elisabeth Diana Windsor aus London kennen. Sie mussten dann zu dritt noch nach Shanghai. Der Hubschrauberpilot war so dämlich und flog über den Atlantik, anstatt die Abkürzung über den Pazifik zu nehmen. Jedoch, über dem Indischen Ozean brüllte der Pilot nach hinten :,, Ich lasse euch hier runter, damit ihr die aufgebrauchten Kokosnüsse, Mangos und Bananen wieder aufstockt, weil ihr alles gegessen habt.“ So ließ er sie auf einen der beiden Berge hinab. Mary meckerte die ganze Zeit : ,,Ich habe nicht das perfekte Outfit an.“ ,,Stimmt pinke High-Heels zu einer weißen ¾ Hose und einem rosa-weißem Top. Äußerst passend“, meinte Alice kichernd. Die US –Bürgerin schmollte. Charlotte stöhnte vor Anstrengung. Nur für Alice schien diese Aufgabe ein Vergnügen. ,,Ich steig nicht noch ein Mal so ein Seil runter !“, sagte die Britin. Mary konnte ihr nur zustimmen. Als sie auf einer Plattform landeten, bemerkten sie die schöne Aussicht. Sie bestaunten einen wunderschönen türkisen See, der von zwei aus schwarzen Steinen bestehenden Staudämmen gehalten wurde. Außerdem sahen sie eine Insel hinter dem See, auf der zwei Geysire, genauso viele Hütten und ein dichter gefährlich aussehender Regenwald zu sehen war. Als sie die Vorräte gesammelt, hatten und wieder auf der Plattform standen, sahen sie sich nach dem Seil um, aber sie sahen nichts. Alle drei waren besorgt. Charlotte hatte schon Tränen in den Augen, denn sie hatte ihrem Freund versprochen, bald wiederzukommen. ,,Er wird doch nicht ohne uns weitergeflogen sein, oder ?“, schluchzte sie. Mary und Alice zuckten mit den Schultern, waren aber mindestens genauso besorgt wie ihre Freundin. Dann gingen sie auf Erkundungstour, aber das Gefühl, dass sie vergessen wurden, schrumpfte nicht. Als sie am Fuß des Berges waren, entdeckten sie eine Brücke. ,,Guck, da ist eine Brücke !“, rief die Australierin. Rasch liefen sie hinüber. Plötzlich schrie Mary : ,,Ahhhhhhh, igitt, eine dicke SPINNE, sie ist riesig !!!!!!!!!!!!!.“ ,,Du übertreibst Missy. Die ist winzig !“, versuchte Alice Mary zu beruhigen und Charlotte trat drauf. Die Amerikanerin atmete durch. Zwei Sekunden später schrie sie wieder. Diesmal redete die Britin auf sie ein : ,,Das war nur der eine Geysir. Er wollte warmes Wasser loswerden, mehr nicht. Du musst nicht immer so zimperlich sein.“ Sie kamen an den Hütten an, lagerten ihre Vorräte in der kleineren und beschlossen in der größeren zu schlafen. So verbrachten sie ihre erste Nacht auf einer einsamen Insel. Am nächsten Morgen wollten die drei Freundinnen den Wasserfall hinunter springen. Mary weigerte sich jedoch, denn sie schlug vor den zweiten Berg zu erkunden. Zum Schluss beschlossen sie, dass Mary den Berg erkundet und das Alice und Charlotte einmal runterspringen. Mary wanderte los. Nach etwa ½ Stunde erblickte sie eine bunte Höhle. Sie hörte merkwürdige Töne. Ihr war unheimlich zu Mute. Wo gibt es denn bitteschön bunte Höhlen ? Sie fing an zu zittern, obwohl es sehr warm war. Trotz Angst vor dem Unbekannten, traute sie sich und ging vorsichtig in die Grotte. Desto tiefer sie hinein ging, desto dunkler und unheimlicher wurde es. In der Ferne sah sie ein Licht und lief darauf zu. Sie konnte die merkwürdigen Töne als kleine Piepsstimmen identifizieren. Sie versteckte sich hinter einem Stein und beobachtete die Situation. Sie sah eine große Maschine mit einem Zeiger, der im grünen Bereich war. Was sollte das bedeuten ? Viel Zeit darüber nachzudenken blieb ihr nicht, denn sie sah schon wieder etwas Neues. Um kleine Holztische saßen auf kleinen Stühlen blaue, grüne und rosa winzigkleine Männchen. Sie zeichneten auf große Papierbögen. Für Mary sahen manche der Papierbögen aus wie Karten der Insel. Aber etwas war merkwürdig. Sie sah etwas hinter dem Regenwald, was so aussah wie ein rosa Gebäude, wo große Vierbeiner standen. Dieser Ort war auf jeder Karte in rot eingekreist. Dann stieß sie aus Versehen mit ihrem Fuß einen Kieselstein an. Alle Männchen drehten sich zu ihr um. Sie floh so schnell sie konnte an die frische Luft. Und dann rannte sie noch den Berg hinauf, hopste über die Steine oben am Wasserfall, ging vorsichtig den anderen Berg hinunter und lief die Brücke entlang zu den Hütten, wo sie Charlotte und Alice schuftend vorfand. ,,Da bist du ja endlich !“, stellte die Australierin fest. „Wie siehst du denn aus ? Ist dein roter Lidschatten verlaufen ?“ „Red keinen Quatsch, Parker ! Ich bin eine halbe Stunde so schnell wie möglich gerannt, um mit euch zu reden und du lachst mich aus wie eine überreife Tomate ! Das ist fies von dir !“, sagte Mary aus der Puste. ,,Wir haben auch was zu sagen ! Wir haben eine Schatzkarte gefunden !!! Übrigens, die Insel heißt SMANIAF !!!“ erzählte Charlotte. Dann wollte Mary wissen, wo sie die Schatzkarte gesehen hatte. Alice erzählte ihr von der Gravur in der Lagerhütte. Mary schlürfte eine Kokosnuss leer. Und sie schlief schnell ein, weil sie so müde war. Am nächsten Morgen stand sie mit offenem Munde vor dem Wandgemälde und weckte ganz schnell ihre Freundinnen, um sie aufzuklären. Die Gravur sah so aus wie die Zeichnungen von den bunten Männchen in der bunten Höhle. „Vielleicht haben diese Kreaturen etwas Böses vor ?“, grübelte Mary. Dann sah sie einen Unterschied der Karten : auf den Karten der bunten Männchen war ein rosa Gebäude. Auf der Karte ihrer Freundinnen war an der Stelle, wo die Vierbeiner gewesen waren, nur dichter Regenwald. „Hey ! Lasst uns den Regenwald erkunden !“, rief die US-Bürgerin wie aus der Pistole geschossen und Charlotte und Alice sahen sie schief an. So etwas würde Mary doch nie sagen. Aber sie willigten ein. Und so kämpften sich die drei reichsten Teenager der Welt durch diesen Regenwald. Und tatsächlich waren die Karten der Kreaturen aus der bunten Höhle richtig. Hinter dem Dschungel war eine Wiese mit saftigem grünen Gras und einem imposanten blassrosa Gebäude und überall standen Pferde und Ponys. „Weshalb dieser Ort wohl auf den Papierbögen rot eingekreist war ?“, überlegte Mary. Da sah sie auf einmal eine von diesen bunten Kreaturen. Und dann wurden es immer mehr. Als auf einmal ein Mann mit einem grauen Bart und einem weißen Laborkittel schrie : ,,Los meine Lemminge, fangt diese Bestien ein !!!“ Der Mann mit dem grauen Bart hatte Alice so erschreckt, dass sie fast in Ohnmacht gefallen wäre. Der Mann drehte sich um und die Mädchen duckten sich. Der Unbekannte drehte sich noch einmal um und lief weg, aber er merkte nicht, dass er die Teenagerinnen im Schlepptau hatte. Als er an die Küste kam, tauchte eine Treppe wie aus dem Nichts hervor. Der Mann betrat sie, gefolgt von Alice, Charlotte und Mary. Er öffnete eine Tür zu einem U-Boot und die drei Freundinnen huschten ihm hinterher. Die Lemminge zogen die Tiere hinter sich her und brachten sie zu einem riesigen Hamsterrad, wo sie sie hinein trieben und peitschten. Das Rad drehte sich schneller und schneller. Die Pferde waren schon verschwitzt. Wie aus dem nichts sahen die drei Freundinnen einen Bildschirm, wo eine Frau sagte : ,,Guten Tag Professor Wu, haben Sie schon alle Pferde durch das Hamsterrad gebracht ?“ ,,Nein, es bleiben mir noch 5 Pferde. Wenn meine Lemminge mir die Tiere bringen, finden wir den sagenumwobenen Schatz von Smaniaf. Muahahaha !!!“ Die Mädchen waren entschlossen : Sie mussten den Schatz vor dem Professor finden. Dann schlichen sie aus dem U-Boot und gingen zu denn Hütten. „Die Lemminge arbeiten für diesen verrückten alten Knacker. Wir müssen diesen Schatz vor ihm finden ! Lasst uns noch mal zur Lagerhütte gehen.“, sagte Mary entschlossen. Gesagt, getan. Sie sahen, tatsächlich war tief im See eine kleine Schatztruhe gemalt und oben bei der Plattform war ein Baum mit einem lila Stamm und rosa Blätter, worauf ein rotes Kreuz war. Da fiel der Amerikanerin wieder ein Unterschied der Karten auf : Auf den Karten der Lemminge war der Schatz bei den Bäumen und nichts weiter. „Vielleicht hat Wu Recht. Mit den Ponys lag er ja auch richtig“, murmelte Charlotte. „Stimmt !“, meinte Alice, „lasst uns zurück zur Plattform gehen.“ Mary war nicht einverstanden. Sie wollte tauchen gehen, denn in den Geschichten die sie kannte, sind die Schätze immer im Wasser. Aber Mary setzte sich nicht durch. Und so marschierten sie zu Plattform und sahen eine verrückt gewordene Schafherde, die um den Baum stand. Alice kletterte in den Baum und Charlotte fing an mit einem Spaten zu graben, den sie in der Hütte zusammen mit diversen Werkzeugen und Waffen gefunden hatte. Die Übrige schmollte, da sie nichts tat außer Schmiere zu stehen. Und so vergingen Stunden, ohne dass etwas Interessantes gefunden wurde. Die Britin hatte schon mindestens 30 Meter tief gegraben und die Australierin hatte garantiert schon jeden Ast untersucht. Die Amerikanerin hatte sich auf ein freundliches Schaf gesetzt. „Ich hatte Recht : Der Schatz muss im See sein, ich habe es ja gleich gesagt !!!“, fing Mary an zu meckern. Also liefen sie zu dem türkisen See. Dieses Mal durfte die Britin Schmiere stehen und die beiden Anderen tauchten ab. Sie hatten nämlich nur zwei Taucherbrillen in der Hütte gefunden. Die zwei holten Luft und sprangen ins Wasser. Immer tiefer tauchten sie. So schnell wie möglich erreichten sie den Seegrund. Und dort war wirklich eine Schatztruhe ! Die Mädchen zogen sie hinaus, was schwierig war, denn die Kiste war sehr schwer und wollte die Mädchen mit sich auf den Seegrund ziehen. Doch sie waren stärker. Nicht viel, aber sie waren stärker. Als die Kiste an Land war, öffneten sie sie. In der Schatztruhe waren unendliche viele Schmuckstücke und Goldmünzen. ,,Gebt mir den Schatz, sonst bring ich eure Freundin um !“, drohte Professor Wu an. Aber dann entkam Charlotte. Sie sahen alle drei das Seil vom Helikopter und hängten sich ans Seil. ,,Gerade noch rechtzeitig !“, sagte Alice. Als sie oben im Hubschrauber waren, waren sie erleichtert. Aber eines musste noch erledigt werden. ,,Wieso haben sie uns auf dieser Insel vergessen ?“, fragten die drei Mädchen, wie aus einem Mund. Der Pilot lachte und sagte : ,,Das werdet ihr noch früh genug erfahren !“

Der Schatz war schon längst im Meer versunken, als die drei Mädchen in Shanghai angekommen waren. Als sie ihre Eltern erblickten, rasten sie in ihre Arme. Sie waren so erfreut, ihre Eltern wiederzusehen. Dann fragten die drei Freundin wieso man sie da auf der Insel ganz alleine gelassen hatte. Die Eltern antworteten : „Wir wollten euch beibringen, dass das Leben nicht nur aus Computern und Handys und so etwas besteht. Das Leben ist auch Abenteuer und Action. Wir hoffen, es hat euch gefallen.“ Die Mädchen waren sauer und glücklich zugleich. Deshalb hatte der Pilot sie also auf der Insel “vergessen“. Jetzt war alles wieder in Butter. ENDE