Gestrandet von Federico

vendredi 19 juin 2015
par  M. Schlenk

Gestrandet auf einer einsamen Insel

Als ich die Augen aufschlug, machte ich sie gleich wieder zu. Ich erinnerte mich an den Sturm, der unser Schiff zum Kentern gebracht hatte. Es half alles nichts, also machte ich die Augen wieder auf. Die Luft hatte einen salzigen Geruch und meine Lippen brannten. Ich sah Sand, Sand und nichts als Sand. Ich hörte die Brandung, wie sie gegen die Klippen schlug. Als ich aufstand, schmerzten mir die Gelenke. Ich sah, dass mein rechtes Knie blutete. Es war nur eine kleine Wunde, und ich konnte noch gehen. Die Wunde schmerzte doch so stark, dass ich den Blutfluss stillen musste. Ich erinnerte mich, dass meine Mutter gesagt hatte, dass Salzwasser gut für Wunden sei. Also ging ich zum Meerwasser und hielt das Knie ins Wasser. Es pikste sehr stark. Aber nach ein paar Minuten nahm ich das Knie aus dem Wasser, der Blutstrom war gestillt. Ich humpelte zurück zum Strand und dann ins Landesinnere. Dort stand ich auf einer Wiese, und davor erhob sich ein Fels. Das sah ich als ich nach Norden guckte. Nach Osten verlief ein Bach der vom Fels runter floss ; bis der Bach die Klippe erreichte, wo er einen Wasserfall bildete, der im Meer mündete. Ich drehte mich nach Westen. Dort sah ich gleich den Abgrund, aber dahinter erschien eine Halbinsel, die mir sehr groß erschien. In der Ferne der Halbinsel sah man einen Dschungel, und davor erkannte ich eine Wüste. Ich bemerkte erst jetzt, dass die Sonne schon ganz untergegangen war. Also beschloss ich, mir eine Stelle zu suchen um zu schlafen. Ich kletterte auf den Fels und ließ mich dort nieder. Das Einzige, was ich noch bemerkte, war, dass die Quelle vom Bach hier anfing. Dann schlief ich ein. „Ahh !“, schrie ich, als ich am Morgen in den Bach fiel und wach wurde. Als ich aus dem Bach stieg, fiel mir auf, dass mein Magen knurrte. Also musste ich etwas zu essen besorgen. Ich dachte an den Dschungel, ob … ? Nein ! Ich konnte nicht durch die Wüste. Also sah ich mich um. Im Norden war ein Wald, in dem könnte es vielleicht wilde Erdbeeren geben. Ich kletterte den Fels runter und steuerte dann den Wald an. Dort fand ich zum Glück ein paar Erdbeeren, die ich sofort verspeiste. Im Wald waren auch Pferde. Dann beschloss ich, mir eine Hütte auf dem Fels zu bauen. Dafür sammelte ich ein paar lange Stöcke und lange Grashalme, um mir erst einmal eine Art Tipi zusammen zu binden. Als dies gemacht war, guckte ich mir vom Fels die ganze Insel an : im Osten Gestein und Tonboden und im Westen eine Bucht. Ich besuchte die Halbinsel. Dort entdeckte ich einen Sumpf und Sanddünen. In den nächsten Tagen flocht ich mir Körbe und füllte sie mit wilden Erdbeeren. Ich formte noch Amphoren aus dem gesammelten Ton, um das Süßwasser der Quelle transportieren zu können. Ich flocht mir ein Seil, um die wilden Pferde, die im Wald lebten, einzufangen. Als die Pferde gezähmt waren, bastelte ich mir Waffen. Es waren zwei Monde vergangen, als ich damit fertig war. Ich hatte beschlossen, zum Dschungel zu reiten. Ich hatte zwanzig Pferde mit und genügend Proviant. Ich ritt los. Nach zwei Tagen sah ich Löwen, ich ritt um die Löwen herum, zückte ich mein Schwert und stieg ab. Ich merkte, dass die Löwen mich und die Pferde umkreist hatten. Ich hatte kein Wahl, oder … doch ! Ich musste ein Pferd als Opfer lassen. Ich ließ ein Pferd laufen. Es galoppierte auf die Löwen zu und sprang über sie hinweg. Diese folgten ihm. Es bildete sich eine Lücke in dem Kreis. Ich sah meine Chance und ritt mit den restlichen neunzehn Pferden durch die Lücke. Die Raubtiere verfolgten mich. In ihrem Fell sah man noch das Blut, sie hatten das Pferd sicherlich zerfleischt. Gleich danach teilten sie sich wieder. Ich wunderte mich, schrak aber hoch. Als sie mir kurz darauf entgegenliefen, lenkte ich die Pferde nach Norden. Dort waren auch Löwen. Da erkannte ich, dass ich von Löwen umzingelt war. Die Löwen kamen immer näher. Ich meinte schon, es wäre um mich geschehen. Dann machten sich die Löwen an die Pferde. Ich hatte sie losgebunden, damit sie selbst über ihr Schicksal entscheiden konnten. Ein paar versuchten über die Löwen zu springen. Manche galoppierten zu den Löwen. Aber ein paar blieben bei mir. Es gab kein Entkommen. Dann, als alle Pferde aufgefressen waren, gab es einen Pfiff und die Löwen ließen eine Lücke in dem Kreis. Dann kam ein großer Mann. Als er näher kam, erkannte ich ihn, kein Zweifel, es war David. Er war mit mir auf dem Schiff. Wenig später saß ich bei David und trank Kokusnusssaft und aß eine Banane. Wir erzählten uns unsere Geschichte. David war auch auf einem Strand hinter dem Dschungel gestrandet und hatte sich dort seine Welt aufgebaut. Er hatte sich mit den Tieren angefreundet. Er war aufgebrochen, um das mir bekannte Land zu entdecken. David und ich zogen dann los. In den nächsten Tagen zeigte ich David den Rest der Insel. Als wir den Bach auf dem Gestein runterliefen, waren wir nicht weit von den Klippen. Da erschien plötzlich ein Greifvogel. Ich duckte mich, aber David war die Klippe runtergestürzt. Ich stellte mich vor die Klippe und sah runter. Da begriff ich es, David war tot. Fortsetzung folgt

Federico