Die Insel der blauen Delfine Fortzetung von Hendrik und Audric

vendredi 19 juin 2015
par  M. Schlenk

Die Insel der blauen Delfine ( 10 Jahre später)

Als ich die Augen aufschlug, taten mir alle Knochen weh.Ich fühlte Wasser um meine Beine. Mühsam stand ich auf. Jetzt kam es mir wieder in den Sinn. Ich war auf einem Schiff, in meinem Bett. Dann krachte es. Plötzlich hörte man Schreie. ,, Hilfe ! Piraten !“ ,, Alle Mann an Deck !“ Dann wurde alles still… Ich rannte panisch aus meinem Zimmer, Richtung Deck. Doch dann fing das Schiff gefährlich an, sich auf die Seite zu neigen. Hinter mir waren zwei bewaffnete Piraten. Ich hatte nichts, was mich retten konnte. Neben mir war ein Leck, und daneben Wasser. Ohne nachzudenken, sprang ich. An den Rest konnte ich mich nicht richtig erinnern. Das Einziges ,was ich noch weiß, ist ,dass mir ein Delfin zur Rettung kam und dass ich etwas Medaillonartiges in meiner Tasche fühlte… Ich glaube, außer mir hatte niemanden überlebt… Es war schon Abend, und ich fing mit der Suche an. Wonach, wusste ich nicht. Vielleicht war ich alleine ? Doch nach langer erfolgloser Suche merkte ich ,dass ich besser nach einer Waffe schauen sollte. Auf einmal hörte ich ein fürchterliches Brüllen. Ich fing an, durch die Dunkelheit zu rennen. Plötzlich sah ich vor mir einen Hügel. Doch als ich näher kam, erkannte ich die Umrisse eines Hauses. Ich trat ein. Erst jetzt fühlte ich, dass ich Hunger hatte. In einem großen Regal, waren Körbe randvoll mit getrocknetem Muschelfleisch gefüllt. Ich griff, ohne nachzudenken, nach einem Stück und schlang es herunter. ,,Hier muss jemand gelebt haben‘‘, dachte ich. In einer dunklen Ecke fand ich eine große, schwere Kiste. Zum Glück war sie nicht verschlossen. Trotz Müdigkeit öffnete ich sie. Vorsichtig tastete ich mich durch den Inhalt der Kiste. Ich fühlte mehrere, große Stäbe, und nahm ein. Zu meiner Überraschung waren es keine Stäbe, sondern Speere, und ein Bogen, Pfeile, und ein langes, dünnes Metallstück. Müde schlief ich ein… Am nächsten Morgen wurde ich durch ein Hündchen geweckt. Da ich das Buch : “Die Insel der blauen Delfine‘‘ gelesen hatte, konnte ich erkennen, dass dieses Hündchen von Rontus Rasse kam. Ich beschloss es zu adoptieren. ,, Nur noch einen Namen brauchst du. Wie wär’s mit… Ruto ! Na, Ruto, wie wär’s, wenn ich dich behalte ?“ Ich beschloss mit Ruto an den Strand zu gehen. Doch auf halber Strecke fing Ruto an den Sand anzubellen. Dann verschwand er. Ich ging zu ihm, doch unter mir verschwand der Sand, und der Sog verschlang mich unter die Oberfläche, wo ich Ruto sah. „ Na, Ruto ? Wo sind wir denn ? ‘‘ Ich sah, dass dies ein alter Tempel war. Vor uns war ein Gang, doch als Ruto hinein wollte, stolperte er... über ein Seil, ich vernahm ein surrendes Geräusch und dann sah ich vor mir einen großen, durchlöcherten Kasten. Durch die Löcher flogen hunderte von Pfeilen. Sofort warnte ich den winselnden Ruto : „Ruto ! Auf den Boden !“ Doch einer flog direkt auf mich zu. Ich beugte mich nach hinten und wich gerade im richtigen Moment aus. Die restlichen Pfeile verschwanden in der Dunkelheit... Mühsam richtete ich mich auf. Mein Blick war auf Ruto gerichtet. Ich dachte schon, er wäre tot, als er auf einmal die Augen aufschlug. Doch dann hörte er auf sich zu bewegen.. Langsam ging ich zu ihm und bückte mich über ihn. Sein Herz gab keinen Laut mehr von sich. “Ruto...“, flüsterte ich. Doch er war tot. Ich blieb lange neben ihm und baute mir aus der Schwertklinge ein Schwert und außerdem ein Schild. Ein letztes Mal sah ich ihn an, in der Hoffnung, dass er aufstand, aber dann ging ich mit schwerem Herz in den dunklen Gang. Ich schwor mir, den oder die Menschen, die diese Fallen aufgebaut hatten, zur Strecke zu bringen... Nach einem langen Weg, auf dem ich viele blutige Stellen entdeckte, fand ich eine Höhle. Durch einen Spalt im Gestein lugte ich hinein. Entsetzt wich ich zurück. Innen war ein Werwolf . Ich versuchte, leise hinein zu schleichen, doch er bemerkte mich. Blitzschnell kam er mir entgegen, die beiden Äxte angriffbereit. Im letzten Moment wehrte ich seinen Angriff mit meinem Schild ab. Seine Waffen trafen es, und mein Schild zerbarst in 1000 Stücke. Doch bevor er mich wieder angriff, fing er an zu sprechen. „Du. Du, du bist doch der letzte Überlebende... Du hast es... Du hast das Medaillon !“ Seine Pranken ergriffen meine Hals. „Ich verstehe nicht...“, sagte ich. „Weil du es immer noch nicht verstanden hast, nicht wahr ? Du denkst immer noch, dass die Piraten hinter dem Bootsangriff stecken, nicht wahr ? Aber sie waren es nicht. Sie kamen erst später. Es geht um einen Fluch. Seit Jahrtausenden verwandeln die Azteken Menschen in Werwölfe, nur um sie danach zu benutzen. Nicht viele entkamen dem Opferritual, dass sie allein für einen ihrer Götter erfanden. Nur ein bestimmtes Medaillon kann einen retten... Ein Medaillon, wie du es hast.“ Durch seinen festen Würgegriff war ich kurz davor zu ersticken. Langsam, aber bestimmt ergriff ich mein Schwert. Blitzschnell schlug ich zu. Mit einem dumpfen Geräusch fiel eine seiner Hände zu Boden. Jetzt konnte ich mich aus seinen Krallen befreien.Schnell nahm ich meinen Bogen und zielte auf seinen Kopf. Doch der Pfeil prallte an seinem dicken Schädel ab. Wütend nahm mein Feind eine Axt und warf sie auf mich. Ich konnte mit meinem Schwert das Schlimmste verhindern, doch trotzdem prallte die Axt gegen meine Wange. Ich fiel zu Boden. Als ich die Augen aufschlug, fühlte ich ein Metallstück um meinen Hals. „Zum letzten Mal, wo ist das Medaillon ?“ Ich nahm es aus meiner Tasche, und gab es ihm. Ich glaubte, dass der Werwolf als Mensch leichter zu bekämpfen wäre. Dann ließ er die Waffe fallen. Er band es sich um den Hals, und sofort erwachte ein kleines, bläuliches Licht. Ich rannte zu meinem Schwert, nahm es, und rannte zurück zum jetzt verwandelten Menschen. Blitzschnell traf ich seinen Hals, er starb, genau wie Ruto, in einem qualvollen Tod. “Danke.“, sprach er leise. Dann war es still. Ich ging zurück an den Strand, Ruto auf meinen Armen. In einem großen Loch begrub ich ihn, bedeckt mit Blumen. Ich beschloss also, für ihn den Rest meines Lebens hier zu leben, um immer bei ihm zu bleiben.